JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG: Abteilung wird sich auflösen / Vorstand um Klaus Werner einstimmig im Amt bestätigt

Rodler der SG Gronau ausgebremst

GRONAU. Läuft im Großen und Ganzen bei der SG Gronau: Während der Hauptversammlung der Sportgemeinschaft herrschte wenig Diskussionsbedarf. Die Führungscrew um Klaus Werner hatte den Klub sicher durch das vergangene Jubiläumsjahr geschippert – die SG hatte 2015 ihren Sechzigesten gefeiert.

Rechtzeitig zum Vereinsgeburtstag hatten die Sportler im Vorjahr richtig aufgedreht. Den Fußballern war nach mehreren Versuchen endlich der Sprung von der D- in die C-Liga gelungen. Die Tischtennis-Herren hatten mit dem Aufstieg in die Bezirksklasse gar für Historisches gesorgt. “So weit oben hat eine Mannschaft der SG noch nie gespielt”, betonte Werner bei seinem Rückblick.

 Wie bei Jubiläen üblich, hatte der Verein in 2015 einige Veranstaltungen zu stemmen. Das BA-Hallenfußball-Masters sowie der Festakt zum Geburtstag waren neben den traditionellen Karnevalssitzungen im Dorfgemeinschaftshaus mit seiner verbesserungswürdigen Akustik (Werner: “Da muss sich etwas ändern”) und der “Grunemer” Kerb zu stemmen. Der jährliche Vereinsausflug ins Geysir-Zentrum nach Andernach hatte bei Temperaturen von deutlich über 40 Grad den Charakter eines Survival-Trainings. “Es war der heißeste Tag des Jahres, aber es war trotzdem schön”, beschrieb Werner die Tour. In Sachen Mitgliederzahlen verzeichnete die SG mit ihren verschiedenen Abteilungen (Fußball, Damen-Gymnastik, Tischtennis, Ski, Tennis und Rodel) in den letzten zwölf Monaten einen Zuwachs von 21 Mitgliedern, womit die Gesamtmitgliederzahl auf 469 Personen, darunter 46 Jugendliche unter 18 Jahren, gestiegen ist.

Das Thema Vereinsjugend bereitet den Verantwortlichen durchaus Kopfzerbrechen. “Ohne Nachwuchs hat ein Verein keine Zukunft, deswegen müssen wir mehr Kinder und Jugendliche für die SG gewinnen”, sagte Werner. Tischtennis und Tennis haben eigene Jugendteams oder bieten ein Jugendtraining an, die Kicker wollen ihre Aktivitäten auf diesem Sektor ausbauen und haben gerade ein Bambini-Schnuppertraining gestartet.

Probleme mit dem Verband

Die SG-Rodler, die seit ihrer Gründung vor einigen Jahren wenig in Erscheinung getreten sind, werden wohl keine weitere Zukunft bei der Sportgemeinschaft haben. Logistische Probleme, Schwierigkeiten mit dem Verband und nicht zuletzt mangelnde Trainingsmöglichkeiten listete Werner als Gründe auf, die zur Auflösung der Abteilung führen. Daran dürfte auch der nicht ganz ernst gemeinte Vorschlag aus dem Auditorium nichts ändern, eine vereinseigene Rodelbahn zu bauen.

In den letzten Jahren hat die SG ihre Sportanlage durch verschiedene Baumaßnahmen inklusive des im Vorjahr eingeweihten Bolz/Trainingsplatzes deutlich aufgepeppt.

Was wird bleiben von den Rodlern? Der Besuch von Rodel-Triple-Olympiasieger Georg “Schorsch” Hackl im DGH. Klaus Werner: “Das war für unseren Verein und für Gronau etwas Besonderes.”

In puncto Finanzen ist die SG Gronau solide aufgestellt. Zwar wurde im letzten Bilanzjahr ein mittlerer dreistelliger Verlust eingefahren, wie Kassenwartin Karin Dörr berichtete. Allerdings steht die Zuweisung, eine niedriger vierstelliger Betrag, der IG Kerb an die SG noch aus, so dass die Versammlung das kleine Minus entspannt zur Kenntnis nahm.

Die einstimmige Entlastung des Vorstandes ging ebenso rasch über die Bühne, wie die Neuwahlen. Unter der bewährten Leitung von Ehrenortsvorsteher und SG-Ehrenmitglied Peter Jenal wurden alle bisherigen Funktionsträger einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Die Wahl des zweiten Kassenprüfers musste dagegen hart ausgehandelt werden. Wilhelm Stephan erklärte sich erst dazu bereit, den Job zu übernehmen, nachdem Karin Dörr ihm verbindlich zugesichert hatte, im Anschluss an die Kassenprüfung im nächsten Jahr keinen Spargel zu servieren.

Nach kurzen Berichten aus allen Abteilungen ging es beim Tagesordnungspunkt Ehrungen weniger lustig zu. 22 Personen sollten für ihre langjährige Mitgliedschaft (15, 20, 30 oder 40 Jahre) in der SG mit einem Weinpräsent und einer Urkunde gewürdigt werden. Gekommen war nur Hans-Jörg Alpers, der der SG Gronau seit 30 Jahren angehört. Die geringe Resonanz auf die Einladung zum Ehrungsabend ärgerte Werner und seine Vorstandskollegen. Die Ehrungsvorschriften des Vereins sollen nun überarbeitet werden.

 

 

Für 30 Jahre Mitgliedschaft bei der SG Gronau wurde Hans-Jörg Alpers von Karin Dörr geehrt

 

 

Zum Abschluss des Meetings sicherte der neue Gronauer Ortsvorsteher Stefan Hebenstreit der SG seine Unterstützung sowie die des gesamten Ortbeirates zu. eh

© Bergsträßer Anzeiger, Dienstag, 26.04.2016